Wärme

“Wärme” ist das umgangssprachliche Wort für thermische Energie. Diese Seite analysiert den Bereich “Wärme”. Wie wird in der Schweiz Wärme „erzeugt“? Wofür setzen wir sie ein? Wie wird es in Zukunft weitergehen? Diese und andere Fragen kommen auf dieser Seite zur Sprache.

 

Wärmeverbrauch:

Wie in der folgenden Grafik ersichtlich wird in der Schweiz mit ca. 53% am meisten Energie für die „Erzeugung“ von Wärme verbraucht.

Energieverbrauch der Schweiz augeteilt in die Bereiche Wärme, Strom und Mobilität

Energieverbrauch der Schweiz augeteilt in die Bereiche Wärme, Strom und Mobilität (2013)

Energie in Form von Wärme wird hauptsächlich gebraucht um den Bedarf an Raumwärme zu decken. Aber auch die Erzeugung von Warmwasser und Prozesswärme gehören dazu. (Prozesswärme ist Wärme, die für bestimmte Prozesse, wie z.B. Kochen, Backen und Industrie-Prozesse benötigt wird.)

Wärmeverbrauch der Schweiz aufgeteilt nach Verwendungszweck

Wärmeverbrauch der Schweiz aufgeteilt nach Verwendungszweck (2013)

 

Wärmeerzeugung:

In der Schweiz werden am häufigsten Brennstoffe (Erdgas, Heizöl, Holz, Kohle und Koks) für die „Erzeugung“ von Wärme eingesetzt. An zweiter Stelle steht Strom. Anschliessend folgt der Einsatz von Fernwärme, Umgebungswärme und der Strahlungsenergie der Sonne.

Wärmeerzeugung in der Schweiz aufgeteilt nach Energieträger

Wärmeerzeugung in der Schweiz aufgeteilt nach Energieträger (2013)

 

In der folgenden Grafik sind alle wichtigen, sowie auch die meisten der weniger verbreiteten Verfahren zur „Wärmeerzeugung“ für die Bereiche „Warmwasser“ und „Raumluft“ aufgeführt und nach den jeweiligen Hauptenergieformen eingeteilt.

 

(Durch einen Klick auf die Grafik vergrössern!)

Möglichkeiten der Wärmeerzeugung und Wärmenutzung

Möglichkeiten der „Wärmeerzeugung“ und Wärmenutzung

 

Import & Export:

– 100% Des Heizöls sind importiert.

– 100% Des Erdgases sind importiert.

– ca. 40% der Primärenergieträger für Strom sind importiert. Dazu kommen noch Strom Im- und Exporte.

– 100% der übrigen Erdölbrennstoffe, Koks und Kohle sind importiert

– Die übrigen Energieträger, wie Holz und Fernwärme stammen zum grössten Teil aus der Schweiz.

=> Es ist sehr einfach zu sehen, dass die Schweiz im Bereich Wärme zurzeit ziemlich abhängig von Importen ist. (ca. 70% der Energieträger werden importiert.)

 

Zukunft:

Meiner Meinung nach muss es unser langfristiges Ziel sein, dass wir 100% der Wärme auf erneuerbare und umweltverträgliche Art und Weise “produzieren”. Der Anteil der erneuerbaren Energiequellen an der „Wärmeerzeugung“ steigt schon jetzt immer weiter an. Speziell die Nutzung der Strahlungsenergie der Sonne, der Umgebungs- und der Abwärme, die „umsonst“ zur Verfügung stehen, haben grosses Potenzial und sind eine sehr reizvolle Möglichkeit technisch nutzbare Wärme bereitzustellen.

Blockheizkraftwerke, die sowohl Strom, als auch Wärme „erzeugen“, können zusammen mit einem Fernwärmenetz eine sinnvolle und ökologische Technologie sein. Da man sowohl die Abwärme, als auch den Strom einer Anlage nutzen kann, wird die Effizienz/ der Wirkungsgrad der Anlage erhöht. (Das bedeutet, dass man mehr technisch nutzbare Energie pro umgewandelter Brennstoffeinheit erhält.) Als Beispiel ist unter „Weiterführende Infos“ die Webseite der „Agroenergie Schwyz“ aufgeführt.

Neben der Effizienz der Energiewandler („Wärmeerzeuger“) kann man auch die Dämmung der Gebäude verbessern, um angenehme Temperaturen bei gleichzeitig geringerem Wärmebedarf zu erreichen.

Zusätzlich zu den vorhin genannten Vorschlägen kann man die passive Nutzung der Sonnenenergie erhöhen (z.B. grosse Fenster und Verglasungen, Berücksichtigung des Sonnenverlaufes und der saisonalen Veränderungen beim Hausbau). (Ein innovatives Projekt im Bereich der passiven Nutzung der Sonnenenergie ist „Fludiglass“ der Universität Lichtenstein. http://www.fluidglass.eu/)

Um kurzfristige, aber auch saisonale Schwankungen in der „Wärmeproduktion“ und dem „Wärmeverbrauch“ auszugleichen, kann man thermische Speicher einsetzen. Einige dieser Speichermöglichkeiten ermöglichen sogar mithilfe von Wärmepumpen im Sommer Wärme für den Winter und im Winter Kälte für den Sommer zu speichern.

 

Zukunftsfähige Energiequellen für den Bereich Wärme:

In Zukunft werden wir die folgenden Energiequellen für die Umwandlung in Wärme zur Verfügung  haben:

Elektrizität aus erneuerbaren und umweltverträglichen Quellen

Chemische Energie in Form von Biotreib- und Brennstoffen (Die umwelt- und menschenverträglich erzeugt sind)

Chemische Energie in Form von durch Energie “erzeugbare” Energieträger, wie Wasserstoff, Methan und Synthesetreibstoffe (siehe Unterseite “Energiespeicherung” Stichwort: Power-to-X)

Strahlungsenergie der Sonne

Thermische Energie in Form von Abwärme, Umgebungswärme

=> So oft es möglich ist macht es, meiner Meinung nach, mehr Sinn, chemische Brennstoffe für den Flugverkehr zu verwenden, als für die Erzeugung von Wärme, da für den Luftverkehr in den nächsten Jahrzehnten kaum Alternativen in Sicht sind. Der grösste Teil der Heizungsanwendungen werden stationär eingesetzt und somit ist der Platzbedarf (das Volumen) und das Gewicht (die Masse) in der Regel zweitrangig.

 

Wärmespeicher:

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten thermische Energie (Wärme oder Kälte) zu speichern. Einige dieser Speicher sind auf der Seite „Energiespeicherung“ zu finden.

 

Dämmung:

Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Verfahren die Energieeffizienz von Gebäuden und Fahrgastzellen durch Dämmung zu verbessern. (Umgangssprachlich auch „Isolation“ genannt.) Grundsätzlich kann man die Aussenwände, das Dach, die Fenster und der Boden dämmen. Durch die Dämmung wird wertvolle thermische Energie dort zurückbehalten, wo sie genutzt wird.

 

Weiterführende Infos unter:

http://www.srf.ch/news/schweiz/energiewende-alte-gebaeude-sind-der-grosse-stolperstein

http://www.hier-ist-energie.ch/assets/Uploads/publications/AEE-SUISSE-Brosch-Ern-Waerme-D-.pdf

http://www.agroenergieschwyz.ch/

-> Weitere Links folgen.

 

– Letzte Änderung 14.03.2015 –

 

Schlagwörter: Wärme, Wärmeverbrauch, Wärmeerzeugung, Energieträger, Heizung, Brennstoffe, Abwärme, Fernwärme, Umgebungswärme, Isolation, Dämmung, Wärmepumpe, Prozesswärme, Raumwärme, Warmwasser, Kochen, Backen, Heizkessel, Elektroheizung, Boiler, Heizwiederstände, Wärmepumpe, Wärmetauscher, Sonnenkollektoren, Blcokheizkraftwerke, Stirlingmotoren, Dampfmotoren, Heizöl, Brennholz, Fenster, passive Nutzung der Sonnenenergie, Pellets, Schnitzel, Stückholz, Wärme des Grundwassers, ORC, Wärmedämmung

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