Strom

„Strom“ ist das umgangssprachliche Wort für Elektrische Energie. Diese Seite analysiert den Bereich „Strom“. Woher kommt der Strom der Schweiz? Wofür setzen wir ihn ein? Wie wird es in Zukunft weitergehen? Diese und andere Fragen kommen auf dieser Seite zur Sprache.

 

Stromverbrauch:

Strom macht ca. 24% des schweizerischen Gesamtenergiebedarfes aus, wobei in der folgenden Grafik berücksichtigt wurde, dass 5% des Stromes für Mobilität und 28% des Stromes für die Erzeugung von Wärme verwendet wird.

Energieverbrauch der Schweiz augeteilt in die Bereiche Wärme, Strom und Mobilität

Energieverbrauch der Schweiz augeteilt in die Bereiche Wärme, Strom und Mobilität (2013)

Da Strom sehr vielseitig einsetzbar ist, wird er häufig als „Premium-Energie“ bezeichnet. Er lässt sich in sehr viele andere Energieformen umwandeln und für viele Anwendungen nutzen. Grosse Nutzungsbereiche in der Schweiz sind, wie in der folgenden Grafik ersichtlich, die Bereiche

– Antriebe für Prozesse (Waschmaschine, Tumbler, Küchengeräte, andere Arbeitshilfen, Industrie-Prozesse, Kläranlagen, Prozesse in der Landwirtschaft,…)

– Beleuchtung

– Prozesswärme (Wärme die für bestimmte Prozesse, wie z.B. Kochen, Backen und Industrie-Prozesse benötigt wird. Der Stromverbrauch für Raumwärme (Heizung) und Warmwasser (Boiler) gehört hier nicht dazu.)

– Raumwärme

– Klima, Lüftung & Haustechnik

Stromverbrauch der Schweiz aufgeteilt nach Verwendungszweck

Stromverbrauch der Schweiz aufgeteilt nach Verwendungszweck (2013)

 

Stromerzeugung:

In der Schweiz sind wir in der komfortablen Lage, dass wir durch die geografischen Begebenheiten (Alpen) sehr viel Strom aus Wasserkraft erzeugen können. Somit stammt auch der grösste Teil des Schweizer Stromes (ca. 58%) aus Wasserkraft.

Ein weiterer grosser Teil der Stromerzeugung leisten die vier Atomkraftwerke mit ca. 36%.

Thermische Kraftwerke, die mit Kohle, Gas oder Öl betrieben werden und alle anderen erneuerbaren Energien, die nicht aus Wasserkraft stammen, machen mit ca. 6% einen kleinen Teil aus. In Ländern mit billiger Kohle (z.B. Deutschland und Polen) und anderer Topographie ist dies anders.

Stromproduktion der Schweiz eingeteilt nach Kraftwerkskategorien

Stromproduktion der Schweiz eingeteilt nach Kraftwerkskategorien (2013)

 

Import & Export:

Die Schweiz hat im Jahr 2014:

– 28’120 GWh Strom importiert

– 32’458 GWh Strom exportiert

=> Dadurch lässt sich ausrechnen, dass die Schweiz im Jahr 2014 ca. 4’300 MWh mehr Strom exportiert als importiert hat. Das entspricht ca. 8% des Schweizer Stromverbrauches. (Stromverbrauch der Schweiz 56’430 GWh)

(Anmerkung: Im Jahr 2014 wurden 25’026 GWh an Transit-Strom durch die Schweiz geleitet, was die Bedeutung der Schweiz als internationale Stromdrehscheibe unterstreicht. (Datenquelle: Swissgrid))

Ausserdem ist es wichtig zu erwähnen, dass alle fossilen Energieträger die zur Stromproduktion in der Schweiz verwendet werden importiert werden müssen! Der in der Schweiz am häufigsten eingesetzte fossile Energieträger zur Stromproduktion ist Uran. Die Atomkraftwerke machen mit 36,4% einen grossen Anteil an der Stromproduktion aus. Wenn man diese Tatsache mitbeachtet, sieht der Selbstversorgungsgrad der Schweiz in Sachen Elektrizität nicht mehr so gut aus.

 

Zukunft:

Der Stromverbrauch wird in Zukunft weiterhin stark ansteigen, da Elektrizität in zunehmendem Masse eingesetzt wird, um auch die Bedürfnisse nach Mobilität und Wärme zu befriedigen. So werden immer häufiger Ölheizungen durch Wärmepumpen ersetzt und Elektroautos anstelle von Autos mit Verbrennungsmotor gekauft.

Die grossen Vorteile von Strom im Vergleich zu Erdöl, Erdgas und Kohle ist, dass er auch auf erneuerbare, menschen- und umweltverträgliche Art und Weise „produziert“ werden kann. Ausserdem ist Strom, wie bereits erwähnt, sehr vielseitig einsetzbar und lässt sich sicher und gut transportieren. Einzig die Speicherung von Strom ist zur Zeit meistens noch aufwändiger, als die Lagerung von fossilen Energieträgern.

Meiner Meinung nach muss es unser langfristiges Ziel sein, dass wir 100% des Stromes auf erneuerbare und umweltverträgliche Art und Weise „produzieren“. Der Anteil an erneuerbaren Energien an der Stromproduktion steigt schon jetzt immer weiter an, so wie auch immer mehr Energiespeicher gebaut werden. Ausserdem werden wir in Zukunft grössere Veränderungen in den Stromnetzen durchführen müssen. (siehe Unterkapitel „Energietransport“)

 

Anmerkungen zum Thema Strom (Für speziell Interessierte):

(von J.St.)

Als Randnotiz sei hier vermerkt, dass die Schweizer Bahnen sehr früh (ab 1888) elektrifiziert wurden, weil der Energieträger Wasser zur Verfügung stand, Kohle aber teuer importiert werden musste. Der auf den ersten Blick grosse Mangel an fossilen Energieträgern war für fast 100 Jahre ein Motor für technisch-industrielle Innovation im Bereich elektrische Antriebstechnik (ABB, BBC, Lokomotivenfrabrik Winterthur).

 

Weiterführende Infos unter:

http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_elektrischen_Antriebs_von_Schienenfahrzeugen#Schweiz

 

– Letzte Änderung 16.02.2015 –

 

Schlagwörter: Strom, Stromverbrauch, Stromerzeugung, Schweiz, Kraftwerke, Stromimport, Stromexport, elektrische Energie, Wasserkraftwerk, Windkraftwerk, Biomassekraftwerk, Atomkraftwerk, Speicherkraftwerk, Laufwasserkraftwerk, Selbstversorgungsgrad, Premium-Energie, vielseitig, hochwertig,

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